GEDANKENTRAUM

Nachtrag zum 1. November Allerheiligen

Nach diesem Motto habe ich am ersten November nur teilweise gelebt. Bei mir zu Hause wollten wieder mal alle etwas von mir und es wurde mir zuviel. Wohin ich geflüchtet bin? Um 13.15. bin ich abmarschiert in die Kirche zur alljährlichen Totengedenkfeier. Irgendwie mit schlechtem Gewissen, aber wo sonst sollte ich Ruhe finden und zugleich Nahrung für meine malträtierte Seele? Ja, vielleicht im Wald und in der der Natur? Aber eigentlich wollte ich einer jungen Frau gedenken, die vor 6 Jahren den Freitod wählte. Sie ging mit meiner Tochter zur Schule und wir hatten guten Kontakt. Irgendwie war sie für mich fast wie eine Nichte.

Montag hatte sie jeweils ihren freien Tag und besuchte mich oft. So auch am Tag, als sie um 21.00 unter den Zug ging. Als letztes hat sie mir noch einen Besuch gemacht und wir hatten ein gutes Gespräch. Als sie mich verliess, dachte ich so bei mir:Haben wir über alles gesprochen, das ihr auf dem Herzen lag? Irgendwie hatte ich das Gefühl, da wäre noch etwas gewesen......Der Anruf ihrer Mutter am Dienstagmorgen mit der schlimmen Nachricht hat mich dann in dieser Annahme Bestärkt. Tage, Wochen, Monate folgten in denen ich mich immer fragte, habe ich nicht richt gut zugehört? Hätte ich etwas merken sollen? Es war eine schlimme Zeit für uns alle.

Als ich am 1. November an ihrem Grab stand musste ich feststellen, dass der Abschied immer noch schmerzt. Auch wenn wir alle inzwischen ihren Entscheid akzeptieren können. Aber auch nach 6 Jahren werden wir es nicht verstehen, warum niemand von uns helfen konnte.

10.11.06 08:18

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